20 Minuten von Graz!

20 Minuten von Graz!

Das Restwasser der Mur in Peggau (KW Adriach, Kronenwehr) ist vom AFV Graz als eine reine Fliegenstrecke ausgewiesen. Vor 4 Jahren fischte ich erstmals dort, landschaftlich angetan hatte es mir besonders das obere Viertel der Strecke angrenzend an den Golfplatz Murhof.

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Großer Nachteil allerdings war der Wasserstand – entweder zu viel, weil das in den Turbinen nicht verwertbare Wasser bei höheren Wasserständen klarerweise über die Restwasserstrecke führt oder praktisch nichts.

Möglich war dies, da für die Restwasserstrecke keine Mindestdotierung festgelegt war. Geflossen sind bei Niedrigwasser, nur durch die unvollständige Dichtheit der Wehranlage bedingt, einige Liter pro Sekunde, an vielen Stellen mit freiem Auge kaum merkbar.

Besonders in den tieferen und langsamer fließenden Bereichen des unteren Abschnittes sammelte sich organischer Eintrag, bei längeren warmen Perioden mit Niedrigwasser war der anaerobe Abbau der Biomasse auch mit der Nase zu bemerken.

Gefangen hat man in der Strecke trotzdem, gerade auch gute Äschen, allerdings war der Fischbestand den extremen Bedingungen insgesamt m. E. angepasst.

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Seite Ende des Vorjahres hat sich der Zustand verbessert, die Restwasserdotierung beträgt nun 6,5 m3/s, könnte sich auch noch auf 10 m3/s erhöhen (s. hier).

Mit den Fischaufstiegen am Kraftwerkshaus und an der Wehranlage sollte die Strecke auch für Fische durchgängig sein, hierzu wird auch ein Monitoring durchgeführt.

Fließen bis zu ca. 15 m3/s ist die Strecke wunderbar mit Trockenfliege oder Nymphe zu befischen, mit ein bisschen viel Glück sind auch 3 schöne Äschen in 5 Minuten möglich (Eigenerfahrung ;-)).

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Landschaftlich ist das Flussbett bei diesen Wasserständen wunderbar, man kann von den zahlreichen Schotterbänken außerordentlich bequem fischen.

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Das Restwasser Peggau ist eines von zwei (siehe auch oberer Teil des Kainachrevieres, „Kainach 1“) reinen Fliegenstrecken innerhalb der Gewässer des AFV Graz, nicht erlaubt ist das Ausbringen des Köders mit Schwimmhilfen – nach dieser Definition also auch kein Indikator  mit Auftrieb (s. Seite 9 hier).

Die Fliegenstrecke beginnt übrigens am Auslauf des Wehrtumpfes, nicht an der Staumauer.

Die erhöhte Dotierung ist jedenfalls eine Bereicherung, ich gehe davon aus, dass sich dies auch in den nächsten Jahren am Fischbestand bemerkbar machen wird.  Für die Beurteilung der Befischbarkeit der Strecke in Abhängigkeit der Wasserführung kann man folgende vereinfachte Rechnung anstellen: Maximal schlucken die beiden Turbinen 110 m3/s, alles was über 116,5 m3/s an der Staumauer ankommt, geht zusätzlich zur Mindestdotierung über das Restwasser. Den Wasserstand der Mur finden Sie hier, die nächstgelegene Messstation ist Graz/Mur.

Nach dem 1. Viertel der Strecke findet sich zu Zeit noch die ÖBB Baustelle Kugelstein, in diesem Bereich ist auch Fischen zu Zeit nicht möglich.

Aufgrund der gegenwärtigen Umstände würde ich im Bereich der Straßenbrücke (47.227858, 15.337824) parken und flussauf bis zur Wehranlage fischen. An der Wehranlage selbst (47.232443, 15.321092) kann auch geparkt werden.

An dieser Stelle auch einmal ein ausdrücklicher Dank an die verantwortlichen Personen des AFV Graz, die sich unermüdlich in Zusammenarbeit mit Behörden und Kraftwerksbetreibern für eine Verbesserung des Lebens- und Naherholungsraumes Fluss einsetzen. Konkret geht es u. a. auch um die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie.

LG

Peter

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