C&R

C&R

Ich glaube man sollte die meisten gefangenen Fische zurücksetzen (eine maßvolle Entnahme gehört zum Fischen aber nachsicher dazu), besonders wenn es sich um ein natürliches Aufkommen handelt. Um zielsicher zwischen hochwertigem Besatz oder ursprünglicher Forelle zu unterscheiden, ich bin in diesem Bereich zu wenig belesen, muss man sich ein bisschen auskennen, das gelingt mir nur an einem Fluss, wo der Bewirtschafter Folder verteilt damit man zwischen den Nachkommen des eingebrachten dänischen Besatzes und dem ursprünglichen Bachforellenstamm unterscheiden kann, recht gut, wobei natürliche Mischformen vorkommen.

Kennzeichen hochwertiger Salmoniden sind große Flossen, besonders auch die Brustflossen, die Farbe des Rückens ist dem Untergrund angepasst, weitere Unterscheidungskriterien können die Färbung der Flossensäume und die Art und Farbe der Punktierung bzw. des Bandes sein.

Klein, aber schön. Regenbogenforelle Mur Graz Stadt.
Kleine Regenbogenforelle Mur Graz

 

Ich meine auch, das stark gemästete Fische in Relation zur Körpermasse kleine Köpfe und zarte Kiefer haben. Das ist eine Beobachtung, wurde aber nicht in der Fachliteratur recherchiert.

Entnahme
2 Bachforellen in der richtigen Größe für die Pfanne für ein gelegentliches Essen zu zweit

 

Leichter zu erkennen sind „minderwertige Besatzfische“, oft Regenbogenforellen da diese weniger anfällig in der Zucht sind, vor allem an kleinen, verkümmerten Flossen, im Extremfall an starken Flossendeformationen und Verletzungen von zu enger Haltung (Betonbeckenfische).

An vielen Strecken wird einem die Wahl ja ohnehin abgenommen. Wenn aber schon C&R gefischt wird, sollte der Fisch schonend behandelt werden. Je nach Stress dem ein Fisch ausgesetzt ist, gibt es eine gewisse Mortalität unter den zurückgesetzten Fischen. Das hat nur bedingt damit zu tun, ob ein Fisch nach dem Zurücksetzen wieder wegschwimmt oder nicht.

Wichtig wäre es, den Fisch nicht unnötig lange zu drillen. Dazu gehört aber auch ein Vertrauen zum Material, konkret zur Qualität des Vorfaches (Knotenfestigkeit), des Hakens und der eigenen Knotenkunde. Die Bremse sollte auch weich anlaufen und gleichmäßig fassen, das kommt aber eher bei kampfstarken Fischen zum Tragen, kleinere und mittlere Fische sind auch ohne Bremse gut zu drillen. Keschern sollte man mit einem knotenfreien Netz, steht man im Wasser kann man die meisten Fische abhaken ohne sie aus dem Wasser zu nehmen. Die Fische sollten mit befeuchteten Händen angefasst werden, im Bauchbereich sollte man auch nicht zu fest drücken. Schonhaken oder zumindest gut angedrückte Widerhaken haben sich in jedem gut bewirtschafteten Revier durchgesetzt. Häufig finde ich Drillinge mit Widerhaken bei der Huchenfischerei in Bosnien, wo gerne mit relativ kleinen Gummihuchenzöpfen und Schaumfischen mit meist 2 Drillingen gefischt wird. Bei größeren Fischen kommt noch der Fotostress hinzu. Diese Fische wurden oft schon lange gedrillt um sie bloß nicht zu verlieren, dann werden sie auch noch gefühlte Minuten photographiert. Ich hab gerade bei Anfängern Verständnis dafür, einen „Beweis“ oder eine Erinnerung mitnehmen zu wollen, wenn man den ersten großen Fisch fängt. Später macht man auch noch gerne Fotos, idealerweise ist man aber zu zweit und hebt den Fisch nur kurz aus dem Wasser. Kapitale Fische bitte nicht an den Kiemendeckeln aus dem Wasser ziehen oder an diesen fürs Foto hochheben.

Beim Zurücksetzen sollte man den Fisch keinesfalls werfen, sondern ins Wasser gleiten lassen. Ergreift der Fisch nicht unmittelbar die Flucht, sollte man ihn mit dem Kopf flussauf eine Zeit lang in moderater Strömung stabilisieren damit die Kiemen durchflossen werden.

Eigentlich alles sehr einfach umzusetzen, verbessert aber die Ethik am Fischwasser stark.

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