Una

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Fliegenfischen

Die Una war vor Jahren „Schuld“, dass ich zum Fliegenfischen gefunden habe, befischen tue ich sie auch heute noch sehr gerne 1–2 pro Jahr, dann kaufe ich eine 3 Tageskarte und genieße eine der landschaftlich sehr schönen Strecken der Region. Zum Fliegenfischen kann ich die ersten Kilometer des Flusses empfehlen, nach Kulen Vakuf, besonders nach Austritt der Una aus der Schlucht vor Bihac, ist der Fluss eher etwas zum (guten) Huchenfischen oder man befischt mit Bellyboat und Fliegenrute ansonsten schwer zugänglichen Stellen. Die Una entspringt (44.399510, 16.104456) in Kroatien und fließt nach wenigen Kilometern als Grenzfluss über beeindruckende Kaskaden bei Martin Brod nach Bosnien, wo sie (teils als Grenze zu Kroatien) über Kulen Vakuf und Bihac nach Bosanska Krupa fließt und wenig später bis zur Mündung in die Sava wieder die Grenze zu Kroatien bildet.

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Una in Kroatien kurz nach der Quelle

 

Wenn Sie die Una von kurz nach der Quelle (von der Brücke) bis zum Übertritt nach Bosnien befischen wollen, bekommen Sie die Lizenz beim Infostand nahe der Una Quelle (44.402458, 16.109043). Die Lizenz für die Una in Bosnien zwischen Martin Brod und Kulen Vakuf bekommen Sie am Infostand des Nationalparks in Martin Brod (44.493605, 16.142531), sollte der nicht besetzt sein, ist meist ein Zettel mit Telefonnummer auf der Tür oder Sie fahren in Kulen Vakuf über die Brücke und fragen in einem der beiden Lokale links bzw. rechts der Brücke nach dem Ranger, entweder ist er ohnehin dort oder er ist meist in 5 Minuten vor Ort. Die Tageskarte kostete 2014 20 €, die Karte für 3 Tage 50 €. Übernachten können Sie in Bihac (rund 50 Minuten entfernt), wenn Sie direkt vor Ort sein wollen, suchen Sie eine Unterkunft in Kulen Vakuf oder Martin Brod.

Una kurz vor Ripac/Bihac
Una kurz vor Ripac/Bihac

 

Niederlagen

Darf man so natürlich nicht sagen, weil jeder abgekommene Fisch ein Erlebnis ist, ich habe es aber 2012 geschafft innerhalb kurzer Zeit 3 Regenbogenforellen um die 80 cm zu verlieren. Dazu muss man erwähnen, dass das Angelregime ein etwas anders war als ab 2014, die Bereiche um die Brücken in Martin Brod und Kulen Vakuf waren so etwas wie Trophystrecken, ohne als solche ausgewiesen zu sein.

Eigentlich habe ich den Bereich um die Brücke in Martin Brod (dort ist es noch der Unac) gerne gemieden, der Fluss ist noch nicht so breit, oft Leute dort und minderwertige Fische entkommen der Zucht oberhalb bzw. wird der „Ausschuss“, bei Beckenspülungen einfach in den Fluss gespült. An jenem Tag war kein Angler dort, ich wusste um einige kapitale Forellen, also doch ran ans Wasser. Mitten in meiner beschaulichen Fischerei trübt sich plötzlich der Ablauf aus der Fischzucht ein, Beckenspülung, da wird einiges an organischem Material abgelassen, darunter auch kleinere tote oder halbtote Fische in den Fluss gespült. Riecht dann auch nicht so toll, ich will wieder zum Auto rauf und die Stelle wechseln, da stellt sich von der gegenüberliegenden Rinne kommend eine kapitale Regenbogenforelle zum Fressen ins knietiefe Wasser an der Strömungskante Ausfluss/Unac ein. Der Puls steigt, ich binde schnell, Nymphe ohne Indikator, den Fisch kann man in 5 m Entfernung auf Sicht anfischen. Bei diesen Bedingungen ist es leicht dem Fisch den Köder aufs Maul zutreiben zu lassen, nur beißen will er nicht, obwohl offensichtlich im Fressrausch. Nun, aufgeben wird wohl kaum jemand in einer solchen Situation, hab ich auch nicht getan, und gefühlt beim 10 Köder, einem San Juan Worm in schönstem Rot, pendelt der Fisch aus und zeigt sein weißes Maul. Anschlag und dran ist er. Nach kurzem Drill schießt der Fisch den Ausfluss der Fischzucht hinauf, nur kommt er dort nicht weit, der Weg nach oben ist durch Hindernisse versperrt. Anstatt wieder flussab zu schwimmen, versucht der Fisch über eine seichte Schotterbank wieder in den Unac zu kommen, in der Mitte der Schotterbank sind die Steine kaum mit Wasser bedeckt, jetzt sieht man erst wie mächtig der Fisch wirklich ist. Über eine Strecke von 2 m windet sich der Fisch mühsam über den Schotter, kommt kaum voran. Ich stehe fasziniert da, schaue dem Fisch bei seiner Anstrengung zu und überlege kurz die Rute hinzuwerfen um hinzulaufen und den Fisch zu fixieren, ich tue es aber nicht. Im Sinne des besseren Endes für mich war das ein Fehler! Kaum über die Schotterbank ist er im Unac, die Schotterbank selbst ist der untere Ausläufer einer Halbinselnsel, zu spät erkenne ich die Gefahr einer Flucht flussauf, dann hätte ich keine direkte Sicht mehr auf den Fisch. Nachdem mich nach Sekunden der Sicherheit die Angst packt den Fisch doch noch zu verlieren, verkürze ich die Schnur und geh ins Wasser, zu spät allerdings, der Fisch beschleunigt flussauf, die Schnur biegt ab und Schnurbruch.

Wenige Tage später stehe ich im Bereich Kulen Vakuf auf einem Felsen im Fluss. Die Una hat hier eine tolle Struktur und ist rund 100 m breit, ich mitten drinnen nahe der Hauptströmung an einer Kante. Das Wasser ist dort für eine kurze Strecke rund 3 m tief, super klar, ich steh direkt an der Kante und schau von oben in die Rinne. An der Kante und im Bereich eines größeren Felsens am Boden sehe ich einige Fische, darunter einer schöne Bachforelle, ich schätze um die 50 cm. Ich schau noch dem Treiben zu, da pendelt plötzlich hinter dem Felsen ein Fisch aus, um etwas aus der Strömung zu nehmen, und verschwindet wieder. Eher war es ein U-Boot dachte ich, und wenn ein Boot bei der Tiefe und bei bewegtem Wasser groß aussieht, dann ist es das auch. Die Strömung ist stark, weit flussauf werfen um auf Tiefe zu kommen kann man auch nicht, ich montiere eine schwere Nymphe, beschwere noch zusätzlich und lasse den Köder am Felsen vorbeitreiben. Wieder das gleiche Spiel, raus in die Strömung und Biss. Ich schlage an und wie man es von großen Huchen kennt, ist die Forelle erst mal wenig irritiert, schüttelt nur das Maul um den Köder loszuwerden. Danach geht es sehr schnell und ich weiß es noch als wäre es heute gewesen.

Ich halte den Fisch, der im Prinzip noch immer auf seiner ursprünglichen Position mit dem Kopf gegen die Strömung steht, als der plötzlich wendet und stromab schießt. Dabei versucht diese riesige Forelle, die ich mit 80 cm eher vorsichtig schätze, zu springen. Dreimal hintereinander, nur schafft sie es trotz des irren Tempos nicht wirklich aus dem Wasser, sondern es sieht aus wie bei einem Schnellboot, welches bei voller Fahrt mit dem Rumpf gegen die Wellen prallt. Nach wenigen Sekunden schlägt der Fisch einen Haken nach rechts hinter einen Felsen und schlitzt aus … Was ich in der Zwischenzeit getan habe? Die Rute gehalten, das war es, zu reagieren war da für mich nichts mehr. Als ich die Sekunden darauf ungläubig auf meinem Felsen stand, war es auch das erste und einzige Mal das ich zittrige Knie hatte.

Das dritte Erlebnis folgte drei Monate später, wieder im Bereich um die Brücke von Kulen Vakuf. Es gab eine standorttreue Regenbogenforelle, die kannte eigentlich jeder der 1 -2 Mal in diesem Bereich gefischt hatte. Dieser Fisch wurde oft angefischt, natürlich auch gefangen und hatte verbürgte 80 cm. An diesem Abend war ich alleine und ich kannte die Gewohnheiten der Fische an dieser Stelle zu bestimmten Zeiten, dementsprechend wählte ich einen eher nicht klassischen Trockenfliegenköder. Die zuvor geschilderten Erlebnisse noch im Hinterkopf, diesmal auch an einer einfachen Stelle zum Drillen, lasse ich den Fisch toben. Als ich ihn schon müde wähne, nimmt die Forelle im Sprint so an die 10 Schnur Richtung Flussmitte, nach kurzer Rast sprintet sie wieder und nimmt noch mehr Schnur. Ich sehe mich nicht in der Lage stärker zu bremsen und hoffe auf ein Ende der Fluchten, da passiert schon der nächste Antritt, diesmal bin ich im Backing und ich versuche doch mit der Hand am Spulenrand mitzubremsen, was aber nicht gefühlvoll genug gelang.

Im Sommer 2013 wurde im Unac von Dr. Peter Höllein eine Bachforelle mit 99 cm und 14,3 kg gefangen, solche Fische können natürlich nicht alljährlich sein, Sie können aber zwischen Martin Brod und Kulen Vakuf wunderbar fischen, finden ein sehr schönes sauberes Wasser vor und der Fluss wird von einer Straße begleitet, die Erreichbarkeit ist also stets gegeben. Bis 2014 war es sogar nur eine Staubpiste, daraus wurde leider mittlerweile eine asphaltierte Straße. Essen und Wohnen können Sie in Kulen Vakuf oder Martin Brod, wenn Sie 1 Tag einen Abstecher an die Sana, die Sanica oder den Ribnik machen wollen, ist die Fahrzeit auch akzeptabel.

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